Denkt nicht an euren eigenen Vorteil, sondern an die anderen und an das, was für sie am besten ist.
(1. Brief an die Korinther 10,24)
Vor vielen Jahren – ich war noch jugendlich – machte ich mir Gedanken um einen nahen Verwandten. Er arbeitete als Professor an der Uni Bremen und war alkoholkrank geworden.
Für seine Frau und die damals noch schulpflichtigen Kinder war das eine harte Zeit. Wie gut, dass sie von einer Selbsthilfegruppe und einem engagierten Hausarzt begleitet wurden. Das half der Familie, nicht in die Co-Abhängigkeit hineinzurutschen.
Alkoholsucht ist eine Krankheit, die durch alle gesellschaftlichen Schichten geht. Oft braucht es lange, bis der Betroffene an seinen Tiefpunkt gelangt, wo alles lügen, schönreden und leugnen aufhört. Erst wenn er dort angekommen ist, wird er zugeben, dass er Hilfe braucht und erst dann ist Hilfe wirklich möglich.
Für mich war damals schnell klar: Ich verzichte erst einmal bis auf weiteres auf Alkohol, weil mir dieser Verwandte am Herzen liegt.
Manchmal gibt es also gute Gründe, auf etwas zu verzichten, was ich mir eigentlich leisten kann. Eben dann, wenn dieser Verzicht hilft, dass jemand anderes nicht in innere Konflikte kommt. Vielleicht ist das sogar einer der größten Liebesbeweise und ein Hinweis auf Christus, unseren Herrn.
Ich wünsche uns ein achtsames Miteinander.
Eure Anke Willi
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